Barierrefreies Webdesign für die Zielgruppe 50plus


 

 

Jede(r) Zweite über 50 Jahre ist inzwischen Online, nutzt das Internet als Informationsquelle, kauft ein und pflegt per E-Mail Kontakte.

 

Webseiten müssen deshalb so gestaltet sein, dass die konsumerfahrene Zielgruppe 50plus barrierelos kommunizieren kann!


Noch sind eigens für Senioren gestaltete Webseiten die Ausnahme. Sei es, weil die Web Designer zu jung sind, um sich in ältere Menschen hineinzudenken, sei es, weil Berührungsängste mit dem Alter bestehen.

Aber auch viele Unternehmen ignorieren das "Goldene Marktsegment" oder wissen einfach nicht, wie sie die konsumerfahrene und kaufkräftige Zielgruppe 50plus im Internet barrierelos und auf ihre wahren Bedürfnisse hin, am besten erreichen.

Hier die entscheidenden Tipps für Texter und Webmaster
 
Webseiten mit ruhigem, orientierungsfreundlichem Kommunikations-Design,  klarem Seitenaufbau und angenehmen Farben sind, unter Berücksichtigung des Bedürfnisses nach Austausch und Unterhaltung (1), die Erfolgsfaktoren für die Kommunikation mit Reifen Menschen im Internet.

Ältere Menschen haben grössere Schwierigkeiten, Details zu unterscheiden. Deshalb sind Unterschiede auf dem Bildschirm deutlich hervorzuheben und da die Farbempfindlichkeit und Farbunterscheidungskraft altersbedingt nachlässt, ist die Farbwahl besonders wichtig. Auf Grün und Blau (2) mit unterschiedlicher Bedeutung ist strikt zu verzichten, ebenso wie auf dunkle Schrift auf dunklem Hintergrund (3).

Die Wahrnehmungsflexibilität sinkt ebenfalls mit dem Alter. Es wird mehr Zeit benötigt, um Informationen auf dem Bildschirm aufzunehmen (4) und zu lesen. Deshalb sollten die Zeichen auf dem Bildschirm sehr groß sein (5). Und da es für Ältere schwerer ist, wichtige und unwichtige Informationen auseinander zu halten, sollte die Menge der angebotenen Informationen minimiert sein, das heißt, nur die wichtigsten Informationen präsentiert werden.

Erklärungen:

Zu 1: Für Senioren ist Konsum mehr als nur Kaufen. On- oder Offline, Einkaufen ist für Senioren neben der Versorgungsfunktion vor allem eine Erlebnisfunktion; soziale Kontakte zu knüpfen und mit dabei zu sein.

Zu 2: Im Alter trübt die Linse und wird gelblich, dadurch wird mehr violettes Licht herausgefiltert. Die Folge: Farbtöne wie Grün, Blau oder Violett können nicht mehr so gut voneinander unterschieden werden. Gut zu unterscheiden sind Rot- und Gelb-Töne.

Zu 3: Je geringer die Helligkeit, desto geringer die Sehschärfe, denn die Netzhaut erhält weniger Licht. Deshalb brauchen ältere Menschen mehr Licht!

Bei einem 65jährigen kommt nur noch 30 Prozent des Lichts an, das bei einem 20jährigen auf die Netzhaut trifft. In der Netzhaut des Auges sitzen ausser den Lichtinnenzellen noch weitere Nervenzellen, die das Bild der Aussenwelt über verschiedene Skizzen an das Gehirn weiterleiten, um dort zu einem - subjektiv - vollständigen Bild der Umwelt zusammengesetzt zu werden werden. Je mehr Licht, desto vollständiger das Bild.

Zu 4: Ungefähr ab dem 45. Lebensjahr nimmt die Geschwindigkeit der Informationsaufnahme und -verarbeitung sowie das Reaktionsvermögen ab. Im Alter lässt vor allem die rechte Gehirnhälfte - zuständig für die Verarbeitung nichtsprachlicher Informationen - nach. Deshalb ist es wichtig, dass Bilder, die sich an ältere Zielgruppen wenden, klar dargeboten werden, damit sie auch klar erfasst werden.

Zu 5: Im Alter tritt ein Verlust der Sehschärfe bis zu 80 Prozent ein - sowohl im Nah- als auch im Fernbereich; besonders bemerkbar bei geringer Beleuchtung.

Auch die Leistungsfähigkeit der einzelnen Zellen lässt nach und die Pupille wird kleiner. So beträgt die Pupillengröße eines 80jährigen Menschen nur noch die Hälfte der eines 20jährigen. Damit verbunden sind Schwierigkeiten beim Lesen, besonders wenn die Schrift zu klein ist. Erst ab 5 mm können Buchstaben gelesen werden. Deshalb mindestens 12 Punkt als Mindestgröße oder direkt skalierbare Schrift verwenden, sodass ältere Leser die Schrift Ihren Bedürfnissen anpassen können.

Webseiten für die Zielgruppe 50plus zu gestalten, bedeutet mehr, als nur große Schrifttypen!

Die 13 wichtigsten Spielregeln zur Gestaltung seniorenfreundlicher Webseiten:

01.    Vermitteln Sie Vertrauen und Kompetenz

02.    Sprechen Sie zu Senioren in ihrer Sprache

03.    Versetzen Sie sich in ihre Gefühle und Situationen

04.    Betonen Sie traditionelle Werte

05.     Seien Sie in der Wortwahl subtil und behutsam

06.    Seien Sie in der Formulierung klar, eindeutig und wahrhaftig

07.    Wiederholen Sie wichtige Informationen mehrmals

08.    Versuchen Sie nie mehr als ein Produkt auf einmal zu verkaufen

09.     Kommen Sie ohne Umschweife auf den Punkt

10.    Vermeiden Sie englische Begriffe

11.    Geben Sie der Problemlösung, dem Gebrauchsnutzen und dem Service eine höhere Bedeutung als dem Preis und der emotionalen werblichen Aufladung

12.    Sprechen Sie in Text und Bildern bewusst die Wünsche und Bedürfnisse der Senioren an - nicht ihr Alter

13.    Verwenden Sie skalierbare Schrift, bekannte Schriftarten und einen großzügigen Zeilen-Abstand, sowie eine übersichtliche Gliederung

Fazit:

1.    Usability-Verbesserungen für ältere Menschen sind immer auch für Jüngere

2.    Auch Menschen mit Konzentrationsproblemen, Leseschwächen oder geringer Schulbildung profitieren von einer seniorenfreundlichen Webseite

3.    Auch Surfer mit alter Hardware oder langsamen Internetanbindungen, die in der Nutzung vieler Webseiten stark eingeschränkt sind, profitieren von einer seniorenfreundlichen, barrierefreien Webseite.

 

Seniorenfreundlich bedeutet: Kundenfreundlich!

 

Schon heute leben in Europa mehr über 60-Jährige, als Menschen, die unter 15 Jahre alt sind! Jedes 2. Neugeborene, das in der westlichen Hemisphäre geboren wird, wird 100 Jahre alt werden!
Schon heute leben in Europa mehr über 60-Jährige, als Menschen, die unter 15 Jahre alt sind! Jedes 2. Neugeborene, das in der westlichen Hemisphäre geboren wird, wird 100 Jahre alt werden!

 

Die ganze Marketing-Strategie, um die wachsende Zielgruppe 50plus als lukrative Kunden zu gewinnen und zu halten, lesen Sie im Praxishandbuch "Senioren machen Märkte".